2025-09-15T06:25:08Hardy Eberle

Bitcoin in der Hand der Großen: Wie Institutionen das Angebot verknappen und den Markt dominieren

Der institutionelle Hunger nach Bitcoin hat eine neue Dimension erreicht: Große Player wie Strategy (ehemals MicroStrategy) und Metaplanet kontrollieren inzwischen beeindruckende 12,3% des gesamten Bitcoin-Angebots. Diese massive Verschiebung von Krypto-Assets in institutionelle Wallets hat den Markt fundamental verändert und eine Verknappung geschaffen, die den Bitcoin-Preis in ungeahnte Höhen treibt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In nur 12 Monaten haben institutionelle Investoren ihren Anteil um 5% erhöht – ein Trend, der den Wettlauf um die begrenzte Ressource Bitcoin weiter anheizt.

Die neuen Bitcoin-Giganten: Strategy und Metaplanet

Strategy hat sich mit über 638.460 BTC zum dominanten institutionellen Akteur entwickelt. Das entspricht mehr als 3% des gesamten Bitcoin-Angebots und einem beeindruckenden Wert von etwa 71 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen diese Position mit einer durchschnittlichen Investition von 73.880 Dollar pro Bitcoin aufgebaut hat – was aktuell Buchgewinne von rund 24 Milliarden Dollar bedeutet.

Auch Japans Metaplanet setzt auf aggressive Akkumulation und hat kürzlich die Marke von 20.136 BTC überschritten. Mit einem ambitionierten Ziel von 100.000 BTC bis 2026 – einer massiven Aufstockung vom ursprünglichen 21.000-BTC-Ziel – positioniert sich das Unternehmen als aufstrebender Gigant im institutionellen Bitcoin-Sektor.

ETFs als mächtige Treiber der Knappheit

Die größten kollektiven Bitcoin-Halter sind jedoch weiterhin die ETFs. Sie kontrollieren über 1,4 Millionen BTC, was etwa 6,8% des Gesamtangebots entspricht. Allein die Spot-Bitcoin-ETFs halten knapp 965.000 BTC oder fast 5% aller Bitcoins. BlackRock als einzelner Akteur hat sich still und leise über 662.500 BTC gesichert – mehr als 3% des Gesamtangebots. Wenn wir die Bestände von Unternehmensschatzkammern und ETFs kombinieren, kommen wir auf über 1,67 Millionen BTC oder etwa 8% des theoretischen Bitcoin-Angebots – ein Anteil, der den verfügbaren Float dramatisch reduziert.

Innovative Finanzierungsstrategien für den Bitcoin-Hunger

Die führenden Unternehmen entwickeln zunehmend raffinierte Strategien, um ihre Bitcoin-Bestände auszubauen. Strategy plant, Aktien zu emittieren, um Bitcoin zu kaufen, wenn der Aktienkurs über dem 4,0-fachen Nettoinventarwert gehandelt wird.

Metaplanet geht noch kreativer vor und nutzt eine Kombination aus zinslosen Anleihen, Aktienemissionen und Derivatstrategien. Besonders interessant: Das Unternehmen verkauft gedeckte Call-Optionen auf seine Bitcoin-Bestände und generiert so wiederkehrende Einnahmen, ohne Vermögenswerte liquidieren zu müssen. Im zweiten Quartal 2025 trug diese Strategie beachtliche 1,9 Milliarden Yen zum Betriebsgewinn bei.

Diese innovativen Finanzierungsmodelle zeigen, wie institutionelle Akteure nicht nur passiv Bitcoin halten, sondern aktiv mit ihren Beständen arbeiten, um weiteres Wachstum zu finanzieren.

Marktauswirkungen: Der große Strukturwandel

Die institutionelle Akkumulation verändert die Marktdynamik grundlegend. Bitcoin wandelt sich vom spekulativen Retail-Asset zum strategischen institutionellen Reservewert. Diese Integration durch Kreditvergabe, Vermögensverwaltung und direkten Kauf zeigt die fortschreitende Normalisierung von Bitcoin in der traditionellen Finanzwelt.

Die beschleunigte Verknappung des verfügbaren Angebots unterstützt höhere Preise bei jedem neuen Kapitalzufluss. Mit 7,5 Billionen Dollar, die aktuell in Geldmarktfonds geparkt sind und nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen, dürfte die institutionelle Bitcoin-Akkumulation weiter an Fahrt gewinnen.

Die Chancen für smarte Investoren

Die zunehmende institutionelle Dominanz schafft ein neues Marktumfeld mit verringerter Volatilität und erhöhter Liquidität. Traditionelle Finanzinstitute integrieren Bitcoin immer tiefer in ihre Dienstleistungen. So begann JPMorgan im Juni 2025, Anteile von Bitcoin-ETFs als Sicherheiten für Kredite zu akzeptieren und ermöglicht Chase-Kreditkarteninhabern Krypto-Käufe.

Für smarte Investoren bedeutet dies: Die Zeit der reinen Spekulation weicht einer Phase strategischer Positionierung. Wer jetzt die Mechanismen institutioneller Bitcoin-Akkumulation versteht, kann die entstehenden Marktchancen optimal nutzen.

Der Weg zur institutionellen Adoption

Mit inzwischen 171 börsennotierten Unternehmen, die Bitcoin-Akquisitionsmodelle implementiert haben, beschleunigt sich die institutionelle Adoption. Nach Strategy und Metaplanet folgen MARA, Tether-backed Twenty One und die Bitcoin Standard Treasury Company als Top-5-Halter.

Die wachsende Präsenz etablierter Finanzakteure signalisiert den Übergang von der experimentellen Phase zur Mainstream-Akzeptanz. Diese Entwicklung könnte den Weg für eine breitere Integration von Bitcoin in traditionelle Portfolios ebnen.

cryptoslate.com –

(Christina Comben)

theblock.co –

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